new release: J.S. Bach’s Sonatas for violin and cembalo obbligato

Artist
Anaïs Chen, Alexandra Ivanova
Released
2018

Review from Aachener Zeitung:

Die sechs Sonaten für Violine und Cembalo von Johann Sebastian Bach stehen auf den Konzertpodien unserer Tage etwas im Schatten der Suiten und Partiten für Violine solo. Ein Sätzchen dieser Meisterwerke kommt bei (gefühlt) jedem zweiten Violinkonzert als Zugabe auf die Bühne, und die Sonaten sind so spezielle Musik, dass sie meist nur von Spezialisten gespielt werden.

Ein solches besonderes Faible für Barockmusik hat die in der Schweiz lebende Geigerin Anais Chen entwi- ckelt. Mit der Cembalistin Alexandra Ivanova hat sie die Werke neu erarbeitet, die Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel zu den „besten Arbeiten des seeligen Vaters“ zählte. Bach führt hier die im Barock sehr populäre Form der Triosonate zur Vollen- dung. Gerade die langsamen Sätze singen überaus emotional und sind dabei doch höchste Tonsatzkunst. Chen kultviert ein samtenes, vergleichsweise volltönendes Spiel, das sehr an der Saite bleibt. Das erzeugt eine Mischung aus Ernst und Linearität, die sich wunderbar zu dem von Natur aus dünnen Klang des Cembalos hinzugesellt. Die beiden Musikerinnen harmonieren prächtig, auch wenn jede ihren Eigensinn zum Gelingen des Ganzen einbringt.

Das an alter Musik geschulte Ohr genießt feine Tempo-Modulationen, kleine Finessen der weitgehend vibratofreien Intonation, klare, sinnfällige Tempobeziehungen unter den Sätzen. Chens und Ivanovas Bach behauptet im Konzert der Branchenbesten eine bemerkenswert eigene Stimme. (ark)

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